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2. Freiburger Yogatag

Mantras

Om Om Om

OM steht für den Urklang, aus dem alle anderen Klänge hervorgehen, es setzt sich zusammen aus den drei Buchstaben A, U und M. Dieses Mantra kann nicht übersetzt werden, doch repräsentiert OM alle Trinitäten und das, was sie transzendiert:

Schöpfung – Erhaltung – Zerstörung, Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft und die drei verschiedenen Ebenen des Bewusstseins:

A bezeichnet den Wachzustand, U den Traumzustand und M den Zustand des Tiefschlafs.

 

Guru Brahma, Guru Vishnu, Guru Devo Maheswara, Guru Sakshat, Param Brahma, Tasmai Shri Guruvey Namaha

Dieser Chant ist sehr tiefgründig, weil er ausdrückt, dass die eigene Geburt, die momentane Lebenssituation, Unfälle und Krankheiten die Schlüssel sind zum Tor der Glückseligkeit.

Guru:
Das Wort Guru kann nicht übersetzt werden. Es setzt sich zusammen aus den zwei Worten „gu“ und „ru“. „Gu“ bedeutet Dunkelheit und „ru“ ist derjenige, der sie vertreibt. Guru heißt wörtlich das Licht, das in jedem von uns leuchtet.

Guru Brahma:
Brahma ist der Schöpfer. Wir anerkennen und wertschätzen hier unsere Schöpfung als kraftvollen Guru. Unsere Geburt und all ihre Umstände sind potentielle Unterstützung für unsere Erleuchtung. Die Umstände unserer Geburt beziehen unsere Eltern mit ein, den Körper, den sie uns gaben und seine genetische Grundlage, die Bedingungen, unter denen wir zur Welt kamen. Der Ort, an dem wir zur Welt kamen ist ebenso mit eingeschlossen: das Land, die Kultur, die sozioökonomischen Bedingungen und so weiter.

Wenn wir Guru Brahma chanten, bezieht sich das auf sehr vieles. Wie viele von uns sind beispielsweise imstande, unsere Eltern vollkommen anzunehmen? Wahrhaftig das Geschenk des Lebens anzuerkennen und zu schätzen, das unsere Eltern uns gaben, ist ein großer Schritt in Richtung eigener Heilung oder Aufwachen.

Guru Vishnu:
Vishnu ist der Bewahrer. Vishnu repräsentiert die Dauer unseres Lebens und all die Erfahrungen, die wir während dieser Zeit sammeln. Vishnu repräsentiert die Gegenwart, und das, was uns in unserem Leben gerade begegnet. Das heißt: unsere Jobs, unsere Lebenssituation und das Umfeld, in dem wir leben; die Menschen, mit denen wir leben, arbeiten und jeden Tag zusammen kommen. Wir anerkennen und wertschätzen hier unser gegenwärtiges Leben als möglicher Schlüssel zur Erleuchtung.

Wenn wir Guru Vishnu mit tiefer Ernsthaftigkeit singen, wird sich die Perspektive, mit der wir unser tägliches Leben wahrnehmen verändern. Du wirst beginnen, die magische Qualität zu empfangen, die sich hinter dem gewöhnlichen Leben verbirgt. Du wirst erkennen, dass alles und jeder unser Lehrer werden kann, der dir Hinweise auf deine wahre Natur, dein inneres glückseliges Wesen geben kann. Es beginnt alles damit, anzuerkennen, dass sich dieses Glück, dieser Frieden wirklich manifestieren kann. Auch wenn sich deine alltäglichen Erfahrungen für dich nicht erleuchtend anfühlen, so ist der Alltag, und jeder Moment es doch wert, von uns angenommen zu werden.

Guru Devo Maheswara:
Devo Maheswara ist ein anderer Name für Shiva, der Zerstörer. Damit ist der transformative oder sich erneuernde Aspekt des Lebens gemeint, der alle Krankheiten, Tragödien, Unfälle, Schwierigkeiten und letztlich auch den Tod des Körpers einschließt. Wenn du Devo Maheswara als Guru annehmen und wertschätzen kannst, bist du eine sehr weit entwickelte Seele. Es braucht spirituelle Reife, um Schwierigkeiten zu umarmen und in ihnen das Potential zur Erleuchtung zu sehen. Das größte spirituelle Wachstum kann geschehen, wenn schwierige Zeiten in deinem Leben angenommen werden und du ihnen mit offenem Herzen begegnest.

Guru Sakshat:
Sakshat bezeichnet den Guru, der hier ist, den es in deinem Leben gibt. Dein Lehrer ist dein Guru. Wie tief ist deine Fähigkeit, deinen Lehrer anzunehmen und ihn wertzuschätzen? Letztlich befindet sich der Guru, das erleuchtende Prinzip, in uns selber. Aber bis wir diese Qualität nicht in anderen erkennen können, werden wir keinen Kontakt zu unserer eigenen Quelle herstellen können. Das Ziel der Yoga-Praxis ist es, einen Weg zu finden, das innere Selbst durch alle Schichten der Persönlichkeit hindurch, durch alle Projektionen, die uns verwirren, scheinen zu lassen. Jemanden zu haben, der als Spiegel fungiert, kann dir helfen, das göttliche Selbst auch in dir zu sehen. Der Lehrer im Außen wird dich in deinem Prozess unterstützen, und dir helfen, zu erkennen, wo du dein inneres Selbst verleugnest.

Param Brahma: Das ist der Guru, der unbeschreibbar, jenseits aller Formen existiert.

Tasmai Shri Guruvey Namaha:
Es bedeutet „Ich gebe alle meine Anstrengungen und Bemühungen für den Lehrer“. Ohne die Bemühung des Schülers, kann keine Lehre übermittelt werden. Ich verneige mich: Ich gebe all mein Selbst für das eine Selbst. Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe. Wir geben all unsere Bemühungen, unsere Praxis, und die Früchte dieser Praxis zu den Füßen unseres Guru hin.

All die Gurus, die in diesem Mantra genannt werden, sind Lehrer, die immer verfügbar sind, um dich auf das aufmerksam zu machen, was du wirklich bist – wenn du willens bist, sie als das anzunehmen. Das Mantra möchte uns zeigen, wie viele Menschen und Situationen in unserem Leben es gibt, die wir annehmen und als Unterstützung für unser Erwachen nutzen können. Du brauchst nirgendwo anders hinzugehen: es ist alles jetzt bereits da in deinem Leben.

 

Loka samasta sukkhino bavantu

May all beings be happy!

Mögen alle Wesen glücklich sein!

 

Om shanti shanti shanti

Om Frieden Frieden Frieden

die Yogalounge